Die Schlacht ist geschlagen - die Preise verteilt. 

100 Teilnehmende haben dem Wetter und allen anderen Widrigkeiten getrotzt und sind zum Turnier angetreten - und wir danken allen, die sich getraut haben, und mit einem netten Turnier belohnt wurden. 

Die Stimmung war wieder ausgesprochen freundlich, und trotz alle Umstände lief das Turnier reibungslos - vielen Dank dafür allen Helfern und Teilnehmenden.

Die Ergebnisse finden sich hier - Ergebnisse.bridge-verband.de

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Der 90. Geburtstag – oder Dinner for onehundred

Am 11. Januar war wie jedes Jahr der Martin-Farwig-Gedächtnispokal. Seit seinen Tod im Jahre 1993 richten mein Bruder Christian und ich dieses Turnier aus, zu Beginn zweijährlich, seit vielen Jahren jährlich und immer Anfang Januar. Dieses Jahr viel der Sonntag auf den 11., was nun auch genau der Geburtstag meines Vater ist, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. Also war das Turnier dieses Jahr quasi das Geburtstagsdinner, aber mit 100 Teilnehmenden und ohne den Jubilar – was immerhin James deutlich entlastet hätte. Es floß auch kein Alkohol, so dass alle am Ende den Spielsaal aus eigener Kraft und nüchtern verlassen konnten.

Eigentlich hatten wir die 64 Paare auf der Anmeldeliste, die im Spielsaal auch untergebracht werden können – aber Sturmtief Eli sorgte dafür, dass viele sicherheitshalber zuhause blieben, so dass am Ende nur 50 Paare vor Ort waren. Die wurden aber mit einem ausgesprochen freundlichen Turnier belohnt, und nächstes Jahr, so nicht unerwartet wieder tatsächlich der Winter vorbeischaut, werden wir wohl wieder mit voller Besetzung spielen.

Wer dort war, wurde auch mit durchaus interessanten Händen konfrontiert – aber es gab doch tatsächlich auch ein Saalboard! In Board 1 des zweiten Durchgangs haben alle 25 Tische 3SA +2 gespielt – es geschehen doch noch Wunder!

 

Deutlich volatiler ging es dann in Board 9 zu:

 

Die Endkontrakte reichten von 5 Karo über 4 Karo, 3 SA und 3 Karo auf OW zu 3 Coeur und 4 Coeur auf NS – aber nur 5 Paare konnten ihren angesagten Kontrakt auch erfüllen, und alle benötigten die Hilfe der Gegner dazu. Den optimalen Kontrakt von Pik hat übrigens kein Paar spielen können… von +800 für 5 Karo im Kontra -3 bis zu -870 für 3 Karo im Kontra +1 durften viele Scores bewundert werden.

Auch Schlemmhände konnten bewundert werden – auch wenn der Weg dahin manchmal seltsam ist:

 

Als Ost habe ich nach dem Ausspiel die Reizung erfragt, und als dann der Dummy runterkam, war ich schon etwas verwirrt – mit 0 Assen und der Antwort „3“ vom Eröffner fand ich den Schlemm schon recht mutig. Immerhin fehlen gleich zwei Keycards, und ein eventuelles Karo-Ass beim Alleinspieler wäre nicht wirklich hilfreich. Karo-7-Ausspiel passte aber nicht wirklich dazu – wenn meine Partnerin zwei Asse hätte, hätte sie doch ziemlich sicher eins davon angegriffen!

Coeur-Dame entpuppte sich ja schnell als sicherer Stich für die Verteidigung – und meine Partnerin hoffte jetzt natürlich, dass ich mit den fehlenden Assen den Kontrakt schlagen kann, aber die Alleinspielerin produzierte dann doch eine unerwartete Anzahl von Assen, die den Kontrakt sicher nach Hause brachten. Aber wie gut, dass sie nicht alle fünf gemeldet hat – möglicherweise wären sie dann in 7 Coeur gelandet, an Mut scheint es der Nordspielerin nicht gefehlt zu haben. Immerhin wurde der Mut mit 36 von 48 möglichen Punkten belohnt.